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Interview mit Ingo Speich von der Deka

Interview mit Ingo Speich von der Deka

Meine WESPA

Ein Interview mit Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance, bei der Deka

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„Nur wenn wir unbequem sind, können wir etwas verändern“

Herr Speich, was sind Ihre Aufgaben bei der Deka?

Unser Team ist für alle Nachhaltigkeitsfragen innerhalb der Deka Investment zuständig. Das umfasst das Nachhaltigkeitsresearch über alle Vermögensklassen, die Betreuung bestehender und Auflage neuer nachhaltiger Mandate sowie das Thema Regulierung. Außerdem führen wir regelmäßig Gespräche mit Unternehmensvertretern, zum Beispiel den Aufsichtsräten, und besuchen diverse Hauptversammlungen – als Redner und zur Abstimmung.

Woran erkenne ich nachhaltige Unternehmen?
Entscheidend ist die gleichzeitige Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten sowie einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit werden am Kapitalmarkt als „ESG“ bezeichnet: Das „E“ steht für „Environment“ (Umwelt), „S“ für „Social“ (Soziales) und „G“ für „Governance“ (Verantwortung). Nachhaltigkeit ist also mehr als die grüne „Umwelt“-Säule. Nur Unternehmen, die bei allen Aspekten sehr gut abschneiden, qualifizieren sich daher für eine nachhaltige Geldanlage.

Kosten Investitionen in Nachhaltigkeit nicht viel Geld und somit Rendite?
Mit nachhaltigen Anlagen erzielt man eine ähnliche Rendite wie mit klassischen Kapitalanlagen – bezogen auf die jeweilige Anlageklasse. Häufig bestehen Vorteile auf der Risikoseite. Das macht die Sache gerade für Profianleger wie Versicherungen und Pensionskassen mit langen Anlagezeiträumen attraktiv und erklärt auch, warum rund 80 Prozent aller nachhaltigen Gelder von institutionellen Anlegern gehalten werden.

Welche Nachhaltigkeitsthemen stehen für Sie aktuell ganz oben auf der Agenda?
Aktuell beschäftigen uns mehrere Themen: die Beschaffung seltener Erden und Materialien wie zum Beispiel Kobalt für die Elektro-Autoindustrie aus Konfliktregionen und der Einfluss des Klimawandels auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen. Außerdem schauen wir uns an, inwieweit Nachhaltigkeitsziele in den Vergütungsprogrammen der Vorstände berücksichtigt werden. Wir üben gezielt Kritik an Unternehmen, um zu einer Veränderung beizutragen.

Wie ist die Resonanz auf Unternehmensseite?
Die Reaktionen der Unternehmen sind sehr unterschiedlich. Als großer Anleger können wir aber durchaus etwas bewegen. Beispielsweise sind die Lieferketten für Kobalt bei den Autokonzernen transparenter geworden und es wird Wert darauf gelegt, keine Menschenrechte in den Beschaffungsländern zu verletzen. Trotzdem müssen viele Konzerne noch einen weiten Weg gehen.

Welches Feedback erhalten Sie von Kundenseite?
Kundenseitig stehen wir vor einer massiven Änderung des Verhaltens. Für drei von vier Sparkassenkunden ist Nachhaltigkeit enorm wichtig. Leider wissen bisher nur 16 Prozent der Kunden, dass es auch nachhaltige Anlagen gibt. Im institutionellen Bereich dagegen, also bei den „Profikunden“, ist Nachhaltigkeit heute Standard und nicht mehr die Ausnahme.

Was bedeutet ESG für die Deka in eigener Sache?
Die Vereinten Nationen haben Richtlinien für verantwortungsbewusstes Investieren verfasst, die sogenannten PRI (Principles for Responsible Investment). Die Deka Investment hat diese Richtlinien unterzeichnet und verpflichtet sich damit freiwillig, diese einzuhalten. Ende letzten Jahres haben wir vom Finanzenverlag eine Auszeichnung für nachhaltige Anlagen erhalten. Derzeit verwalten wir rund 13 Milliarden Euro nachhaltiges Vermögen. Das Thema Nachhaltigkeit wird daher an höchster Stelle vorangetrieben. Zudem bauen wir derzeit das Team massiv aus und bieten ein breites Spektrum von Dienstleistungen über alle Anlageklassen hinweg, um im boomenden Markt unsere Position weiter ausbauen zu können.